Modeschmuck
Das Aufkommen von Modeschmuck geht zurück auf das Ende des 19. Jahrhunderts. Mit dem Aufkommen von Modezeitschriften, wie zum Beispiel der Pariser Vogue, die 1892 erstmals herausgegeben wurde, wurde Massenschmuck nach und nach attraktiver und interessanter. Besonders die 1900 stattfindende Weltausstellung in Paris und die sich daraus entwickelnde Haute Couture trugen weiter zur Verbreitung des günstigen Schmucks bei. Seinen direkten Ursprung hatte der sich entwickelnde Modeschmuck allerdings bei Hofe. Daher entstand er in den Monarchien London, Paris, Berlin und Sankt Petersburg zuerst. Die engen Verflechtungen zwischen den Königshäusern machten damals schon die Trends schnell und kurzlebig, ein Effekt, der sich in der späteren Modeszene genau so zeigte und bis heute zeigt. So entwickelte sich zunehmend ein regelrechter Wirtschaftsfaktor mit dem günstigen Schmuck. Dabei ist Modeschmuck keineswegs minderwertig oder billig. Die Verarbeitung von unedlen Materialien wie Metallen, Glas oder Kunststoff wird bei hochwertigem Modeschmuck durchaus sorgsam vorgenommen. Auch das Versilbern oder Vergolden ist bei vielen Schmuckstücken üblich.
Genauso besteht die Möglichkeit als Effekt die Oberfläche zu irisieren, verspiegeln, zu colorisieren oder zu mattieren – dem Gestaltungsspielraum und der Kreativität sind quasi keine Grenzen gesetzt. Dabei war anfangs der Anspruch an Modeschmuck eher die möglichst täuschende Imitation von Juwelen und Edelmetallen. Doch nach und nach entwickelte sich der Modeschmuck weg von der Imitation hin zu einem eigenen, kreativen Element. Wegbereiter für den Modeschmuck war das 1911 eröffnete erste Modehaus von Coco Chanel in Paris. Sie machte den Modeschmuck erst richtig salonfähig und entwickelte ihn weg vom nachgemachten Design hin zu einer eigenen Stilrichtung.

